Familie Naumann gehörte über Jahrzehnte das Bauerngut in der heutigen Brandiser Straße 69, etwa mittig des nördlichen Dorfangers gelegen. Das Wohnhaus ließ Gustav A. Naumann (gest. 1899) im Jahr 1882 errichten – eine Putztafel an der Giebelseite erinnert daran.

Sein ältester Sohn Alfred Arthur (6.v.l., geb. 1880, gest. 1944) übernahm nach dessen Tod die väterlichen Pflichten auf dem Hof. Selbst gerade erst 18 Jahre alt, führte er das Gut gemeinsam mit seiner Mutter Wilhelmine Pauline geb. Altner und einigen Wirtschaftsgehilfen weiter. Er heiratete 1919 die 11 Jahre jüngere Anna Charlotte Kreyer (5.v.l., geb. 1891) aus Magdeborn. Zusammen hatten sie zwei Töchter von denen die Erste, Charlotte Ilse (7.v.l.) 1920 und die Zweite, Erika Lisa (4.v.l.) 1922 geboren wurde.

Charlotte Ilse nahm den Landwirt Paul F. A. Kranz (geb. 1909) aus Breslau zum Mann und erbte später das Gut, welches bis zu ihrem Tod im letzten Jahr in Familienbesitz blieb. Deren Erben verkauften den denkmalgeschützten Hof an die Familie Taraba aus Leipzig-Connewitz. Die Tarabas möchten die Gebäude, des im frankischen Stil errichteten Hofes, weitestgehend und im Sinne des Denkmalschutzes erhalten und sanieren. In den alten Gemäuern wird noch so manches Geheimnis schlummern, dass es gilt vor und während der Sanierungsarbeiten zu entdecken. So handelt es sich nach erstem Anschein bei dem Kellergeschoss des Wohnhauses und dem Erdgeschoss des anschließenden Stalls, um Gebäudeteile eines Vorgängerbaues aus Bruch- und Feldsteinen.

Zum „Tag des offenen Denkmals“, am 13.09.2015, werden die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse und Entdeckungen vorgestellt. So manchen alten Baalsdorfer ergriff die Wehmut bei dem Anblick des einst so prächtigen und gepflegten Anwesens, doch das wird sich erfreulicher Weise nach der Umsetzung der Vorstellungen und Pläne der neuen Eigentümer ändern. Die alten, als auch die jungen Baalsdorfer freuen sich über diese Entwicklung und wünschen der Familie Taraba gutes Gelingen, viel Glück und heißen die neuen Nachbarn in der historischen Ortsmitte herzlich willkommen.

Steffen Golde

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