Karte um 1891
 


Secco-Malerei in der Apsis der Kirche von 1420
 


Luftbildaufnahme 20er Jahre
 


Postkarte aus Zeiten der DDR

Auszüge aus der Geschichte von Baalsdorf

Die früheste Urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1213 datiert. In jener Urkunde wird der Ort "Balduwinesdorp" genannt. Laut Sprachwissenschaft bedeutet der Name Balduin bzw. Baldewin so viel wie "tapferer, kühner Freund". Historiker sind sich darin einig, dass sich in diesem Ortsnamen der Dorfgründer, der so genannte Lokator, begründet.
Nach vielen Abwandlungen des Namens und verschiedenen Schreibweisen erhielt Baalsdorf 1790 den heutigen Namen.

Ein gewisser Baldewin - vermutlich ein Bauer - kam um 1150 mit seinen Gefährten hierher. Mit markgräflicher Zustimmung rodeten sie den Urwald, legten sumpfiges Gelände trocken, teilten Fluren ein und entwarfen den Grundriss des Dorfes im Sinne eines Spitzovals, das einen Dorfanger umschließt. Dem Anger zugekehrt bauten sie ihre Häuser. Ursprünglich waren es 19 Bauernhöfe, dazu die Pfarre. Man kann annehmen, dass die Siedler aus Flandern gekommen waren, galt doch in Baalsdorf flämisches Erbrecht.
Bald ging man daran, klar strukturierte Bauerhöfe anzulegen, wobei die Häuser jahrhundertelang nur ein Stockwerk aufwiesen.

Zur Völkerschlacht 1813 war Baalsdorf die äußerste Schlachtlinie, doch im Ort ist während der Schlachttage kein einziges Haus abgebrannt, was nicht zuletzt zwei mutigen Einwohnern zu verdanken ist, an die noch heute eine Gedenktafel an der Kirche erinnert.

Mitten auf dem Anger steht die sehr gut erhaltene Kirche, die wohl zu Anfang des 13. Jahrhunderts als Chorturmkirche konzipiert wurde. Das spätromanische Bauwerk mit Barockausstattung wurde 1748 in der heutigen Form vollendet. Die halbrunde Apsis weist wertvolle Wandmalereien aus der Zeit um 1420 auf; einmalig ist dabei die Darstellung eines blinden Petrus'.

Oftmals wurden die Bauernhäuser um die Jahrhundertwende durch villenartige und an städtische Bauformen erinnernde Wohngebäude ersetzt, während die traditionelle Dorfbebauung in Lehm- und Fachwerkbauweise nur noch selten erhalten blieb. Im 20. Jh. entstanden dann Siedlungs- und Gewerbeflächen an den Straßensternen vor den beiden Dorfausgängen. In den neunziger Jahren bildete sich im Winkel zwischen den nach Hirschfeld und Kleinpösna führenden Straßen ein Gewerbegebiet mit Standorten vor allem des Druck- und Verlagswesens.