Auszüge aus der Geschichte von Baalsdorf
Die früheste Urkundliche Erwähnung
ist auf das Jahr 1213 datiert. In jener Urkunde wird der Ort "Balduwinesdorp"
genannt. Laut Sprachwissenschaft bedeutet der Name Balduin bzw.
Baldewin so viel wie "tapferer, kühner Freund". Historiker sind sich
darin einig, dass sich in diesem Ortsnamen der Dorfgründer, der so
genannte Lokator, begründet.
Nach vielen Abwandlungen des Namens und verschiedenen Schreibweisen
erhielt Baalsdorf 1790 den heutigen Namen.
Ein gewisser Baldewin - vermutlich
ein Bauer - kam um 1150 mit seinen Gefährten hierher. Mit
markgräflicher Zustimmung rodeten sie den Urwald, legten sumpfiges
Gelände trocken, teilten Fluren ein und entwarfen den Grundriss des
Dorfes im Sinne eines Spitzovals, das einen Dorfanger umschließt.
Dem Anger zugekehrt bauten sie ihre Häuser. Ursprünglich waren es 19
Bauernhöfe, dazu die Pfarre. Man kann annehmen, dass die Siedler aus
Flandern gekommen waren, galt doch in Baalsdorf flämisches Erbrecht.
Bald ging man daran, klar strukturierte Bauerhöfe anzulegen, wobei
die Häuser jahrhundertelang nur ein Stockwerk aufwiesen.
Zur Völkerschlacht 1813 war Baalsdorf
die äußerste Schlachtlinie, doch im Ort ist während der Schlachttage
kein einziges Haus abgebrannt, was nicht zuletzt zwei mutigen
Einwohnern zu verdanken ist, an die noch heute eine Gedenktafel an
der Kirche erinnert.
Mitten auf dem Anger steht die sehr
gut erhaltene Kirche, die wohl zu Anfang des 13. Jahrhunderts als
Chorturmkirche konzipiert wurde. Das spätromanische Bauwerk mit
Barockausstattung wurde 1748 in der heutigen Form vollendet. Die
halbrunde Apsis weist wertvolle Wandmalereien aus der Zeit um 1420
auf; einmalig ist dabei die Darstellung eines blinden Petrus'.
Oftmals wurden die Bauernhäuser um die Jahrhundertwende durch villenartige und an städtische Bauformen erinnernde Wohngebäude ersetzt, während die traditionelle Dorfbebauung in Lehm- und Fachwerkbauweise nur noch selten erhalten blieb. Im 20. Jh. entstanden dann Siedlungs- und Gewerbeflächen an den Straßensternen vor den beiden Dorfausgängen. In den neunziger Jahren bildete sich im Winkel zwischen den nach Hirschfeld und Kleinpösna führenden Straßen ein Gewerbegebiet mit Standorten vor allem des Druck- und Verlagswesens.




